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Pressenachrichten - Autorenbericht - A69 Architekten

Autorenbericht - A69 Architekten

SVOBODY STRASSE - FUßGÄNGERZONE CHEB
Anschrift:  Svobody Strasse, Cheb
Investor:   Stadt Cheb
Autor:    A69 - Architekten
Kooperation:   ing.arch. Lenka Mašková, ing. Pavel Jahelka
Projektant:  PONTEX s.r.o.
Beleuchtung:  ELVOST s.r.o.
Feuerwehrschutz:  ing. Petr Boháč
Generallieferant:  ALGON, a.s.
Lieferant des Stadtmobiliars: MM Cité
Lieferant der LED-lampen:  Ledfield
Programmierer der  LED-lampen: Zbyněk Krulich
Font und graphische Lösung des Historiegrames: Dita Krouželová
Wettbewerb:    09/2000
Ausführliche Studie nachgearbeitet DUR: 04/2001
DSP:    10/2001
erneue DUR a DSP:  02/2008
DPS:    11/2008
Baueröffnung:  02.03.2009
Beendigung I. Etappe:  31.08.2009
Vorausgesetzte Beendigung der II. Etappe: 30.06.2010
Vorausgesetzte Beendigung der III. Etappe und des gesamt Baues: bisher gilt immer 30.6. 2011
Gesamtbaukosten (Schätzung): 140.000.000,-


Als Autorbereicht führen wir den Begleittext des Wettbewerbsentwurfs vom September 2000auf, den wir um Erläuterungen ergänzt haben, welche die Entwicklung und gegenwärtigen Zustand des Projektes darstellen sollen. Wir fügen auch den Autorbericht des Siegesentwurfs des Artefaktes in der Mündung der Fußgängerzone zum Marktplatz Krále Jiřího z Poděbrad bei.

...der Entwurf geht aus der Bewusstheit der Zeit und des Ortes aus.

Die Zeit /Ära
Wir leben in der Epoche, in der nicht nur das Millennium  wendet, aber hauptsächlich leben wir in einem postindustriellen Zeitalter und der Zeitalter der Informatik, in dem die Sachen ihre Substanz verlieren, sie werden zu Informationen über sich selbst, die Realität wird zur Virtualität.
Wir leben in einer Epoche des Konfliktes der global sich durchzusetzenden Werte mit regionalen, lokalen, ethnischen Einzigartigkeiten, welche am Wert gewinnen.  

Stadt
Cheb ist mit einer Reihe von Einzigartigkeiten beglückt. Zwischen den Städten der Tschechischen Republik stellt Cheb eine Stadtikone des nordischen kulturellen Umkreises, die mit dem Mediterrangeist der Meisten von tschechischen durch Renaissance beeinflussten Städten kontrastiert.   Seine Attribute sind schmale Proportionen von Substanzen und Dächern, sichtbare Fachwerke, und ausdrucksvolle Farbigkeit.
Die Eingriffe in den Organismus der Stadt sollten über das Bewusstsein des Wesentlichen von diesen Einzigartigkeiten erzählen. Sie sollten die Einzigartigkeiten der Stadt Cheb hervorheben und ihre Unlesbarkeit durch Bildung von postmodernen Simulakern (Simulationen) nicht zulassen.

Ort
Verbindungsstelle des Mittelaltermarktplatzes mit dem Bahnhof - einer technischen Neuheit seiner Zeit mit strategischer Bedeutung, stellt in einer Reihe von Städten das lebendige Andenken an den Gipfel der industriellen Zeitalter dar. Sie hat die Barockenfestung durchgebrochen und eine neue Richtung der weiteren Entwicklung festgesetzt gehabt. Sie ist also nicht nur eine Verbindungsstelle von zwei Punkten aber auch eine symbolische Verbindungsstelle von Epochen. Die Studie bearbeitet einen Teil dieser Verbindungsstelle. 
Räumlich gesehen, handelt es sich um einen kompakten Korridor welcher vollkommen klar durch Strassen- und Baulinie, durch die, mit entlang laufenden Gesimsen beendeten Fassaden, vermessen ist und die durch ihre Widerholung seine Linearität unterstützen. Für charakteristisch hält man das reiche Parterre und zahlreiche konsolenweise ausgeführten Erkern, Markisen, Werbemitteln und ähnlich.  
Einzelne, durch die Front von Häuserblöcken abgegrenzte Abschnitte verfügen über eine strenge und ganz klare Form.  Räume mit einer Spannung entstehen an den Kreuzungen mit den Richtungsänderungen, durch Desintegrierung der Bebauung, durch Änderung der Breitedimension. 

Ort in der Zeit
Hauptboulevard der Stadt verfügt über Veränderlichkeit. Er ändert sich, was seine Länge anbelangt, er ändert sich in der Zeit.
Hier befinden sich repräsentativen und auch pathologischen Stellen. Tagsüber ist er eine gewöhnliche Strasse, wo eine ausflippte Prostituierte verdiente öffentliches Ärgernis erweckt, in der Nacht ist sie durch die Halbwelt der Prostituierten, Taxifahrern, Romas beherrscht, wo man sich , falls man sich hier bewegt um Unannehmlichkeit bittet.
Ein dynamisches Element ist der kreuzende Verkehr. Er reagiert zuverlässig durch seine Intensität auf die Tageszeit, beliebigen Tage der Woche, Urlaubstage, Feiertage in dem benachbarten Deutschland.
Dynamisch verläuft auch Wechsel von ethnischen Gruppen, und Nationalitäten - Asiaten, Deutsche, Romas, Tschechen, Touristen aus verschiedenen Ländern.
Jede von diesen Gruppen hat Einfluss auf die Qualität des Milieus. Bestimmter Weise kann man über eine multikulturelle Atmosphäre reden.  

Entwurf
... auch ein Weg kann zum Ziel werden....

Thema
Weg - ein Begriff der durch Mystik und viele Bedeutungen belastet wird. Ein Weg stellt auf eigene Weise eine Geschichte vor. Als Geschichte sind auch die Weltgeschichte ausgelegt worden. Es gibt aber auch ein eigener Einsicht auf die Weltgeschichte, welcher sie nicht als dialektische Folge von logisch einander anzubindenden Erscheinungen interpretiert, aber als Szintillationsblitze von einzelnen Ereignissen, die oft für lange geschichtliche Etappen seine Auswirkung finden, und dies oft ohne Rücksicht auf die Logik. 
Auch die Art und Weise der Erzählung ändert sich von einer linearen zum diskontinuierlichen. Einzelne Verwicklungen sind oft unwichtig, aber sehr wichtig sind die, zwischen denen existierende Verhältnisse.
Es gibt mehrere Gründe dafür, weshalb wir uns für diskontinuierliche Art des Themas Strasse entschieden haben. Ein davon ist die Analogie mit dem Trauma über den Abschub von ursprünglichen Einwohnern der Stadt Cheb. Schlecht kann man an unterbrochene Traditionen anbinden, kaum kann man den Ritz in dem Leben der Stadt  nicht sehen. 

Konzeption
Wir haben beschlossen, die Geschichte der Strasse unkontinuierlich zu erzählen.
Wir definieren einzelne Brennpunkte, welche durch ihre Bedeutung die anliegenden Räumlichkeiten beeinflussen.
Für Brennpunkte werden gehalten - Mündung der Strasse Svobody auf den Marktplatz Krále Jiřího, wo früher, laut vorliegenden Dokumenten eine Plastik des Imperators gestanden hat, die dann auf geeigneter Weise den „Horizontverfall" des abfallenden Marktplatzes korrigiert und Raum der Strasse mit dem Marktplatz optisch verknüpft hat.
- Als nächster Brennpunkt erscheint der Raum vor dem Kaufhaus, der zu den lebendsten zählt.
- Die Kreuzung von Strassen Svobody und Májová, wo sich die Richtung ändert und entsteht eine Nuance die auf nicht mehr aktuelle Zusammenhänge anbindet.
Die Brennpunkte sind durch die Pflasterung, Beleuchtung, Auswahl und Ordnen des Grünen und des Mobiliars geregelt.

Atmosphäre des Brennpunktes wird durch großzügigere Proportionen gegeben, sie nähert ist der Atmosphäre eines „Marktplatzes" und anderer Mobiliar befindet sich in einer orthogonalen Gestaltung.
Die Pflasterung ist mit großformatigen Granitplatten ausgeführt, die traditionell mit Bindung, mit Granitblocken wechselhaft kombiniert werden - verwertete bestehende Bordsteine, die durch ihre Orientierung Proportionen von einzelnen Räumen korrigieren. 

Dazwischen liegende Abschnitte sind auf der Weise abgehandelt, die bemüht ist mit allen Mitteln die Linearität zu eliminieren. Die Atmosphäre wird Kammer- gelaunt und beruhigt.  Unter der Aggregation von Bäumen findet man Winkeln mit frei platzierten Bänken. Die Pflasterung ist aus Granitsteinen in Reiheordnung quer zu Straßerichtung gelegt ausgeführt.
Das Grüne bildet keine klassische Allee. Es bildet eine Analogie von Einwohnern die eine Grenzstadt besiedeln, das Anordnen von Bäumen erinnert vermeintlich auf einen zufälligen Anflug, genau so wie ein Paar Nachkriegsgenerationen der Einwohner Stadt Cheb eine neue soziale Struktur gebildet hat, so bilden einzelne Bäume eine brüchige Struktur, die mit ihrem Wachstum fester und deutlicher wird.

Demogramm
Durch den gesamten gelösten Teil verläuft einzige Linie, die zwar das subtilsten Element der Komposition bildet, aber die von dem Konzept her die belastende und bedeutende ist. Wir haben sie als Demogramm bezeichnet und ihre Bedeutung liegt nicht nur in ihrem kontinuierlichen Verlauf durch die vorgeschlagene Straße, aber sie bietet auch die Weise, wie sich die Einwohner Cheb mit der Stadt besser identifizieren können. Kupferplatten aus denen die Linie zusammengestellt wird, sollten die Namen derjenigen Einwohner der Stadt Cheb tragen, die in dem Matrikelbuch im Jahre 2000 eingeschrieben worden sind. Das Demogramm sollte ein Bild von Einwohnern Cheb auf der Wende des Millenniums werden.
Ununterbrochen verläuft es durch die Straße Svobody und gradiert am Eingang zum Marktplatz Krále Jiřího anstelle des Denkmals Imperators in einen dominanten Artefakt.
Entwurf für das Demogramm hat offensichtlich Interesse und Unterstützung aufgerufen, und ausdrücklich hat er beigeholfen in dem Wettbewerb zu siegen. Zugleich hat er auch ein Paar Opponenten aktiviert, welche die Unterstützung in dem Persönlichkeitsschutzgesetz, gültig ab 2001 gefunden haben.  Nach der Rechtsanalyse mussten wir von dem Vorhaben zurück treten. Anführung des Geburtsnahmen, Nachnamen in der Kombination mit der Tatsache, dass der Betroffene im Jahre 2000 Einwohner der Stadt Cheb war, leistete ausreichende Indizien um eine konkrete Person erkennen zu können und deshalb war Zustimmung von allen angeführten unentbehrlich. Falls einer nicht zugestimmt hätte, müsste man seinen Namen aus dem Demogramm löschen. In der Vorbereitungsphase der Realisierung haben wir ein Paar Alternativen überlegt, z. B., die Namen der Donatoren, Namen von abgeschobenen Einwohnern usw. Letztendlich hat sich die Idee durchgesetzt, die wesentlichsten Daten aus der Stadthistorie Cheb anzuführen und auf dieser Weise dann das Demogramm mit einem Historiegramm zu ersetzen. Es wird heu zu Tage realisiert und nebenbei hat drückt es Gedankenzusammenhang mit dem Artefakt aus, bezeichnet als Tor der Geschichte, das seinen Verlauf beim Eingang zum Marktplatz beenden wird.  

Beleuchtung
Die Beleuchtungsweise reagiert auf den Bedarf veränderliche Atmosphäre in einzelnen Abschnitten zu bilden. Sie nützt dazu Typenkörper mit dem, von der Difus -Oberfläche gespiegelten Licht, das dem zu beleuchtenden Raum Großzügigkeit verleiht, im Kontrast zu denen werden Beleuchtungssäulen in dazwischen liegenden Abschnitten konzipiert. Um einen Raumeffekt zu erzielen, werden die Baumkronen von ausgewählten Bäumen und Atlant an den Straßenecken szenisch von der Pflasterungsebene unterbeleuchtet.   
Dem Gefühl einer Kammeratmosphäre von zwischen liegenden Abschnitten, sollten atypischen Säulen der öffentlichen Beleuchtung beitragen, die den Raum untraditionell durch das von oben geworfene Licht beleuchten, aber inspiriert durch die Interieurlampen, sollte sie von dem Horizont eines Fußgängers leuchten. Ihr weiches Licht sollte zur Veränderung der Strasse in eine größte „Wohnstube" der Einwohnern Cheb beitragen. In der Studie haben wir Verwendung einer linearen Quelle hinter dem Diffusoranfang überlegt. Zwischenzeitlich, wo das Projekt schlief, drang in die Beleuchtung neue LED - Diodentechnik ein. Durch die neuen Möglichkeiten inspiriert, die schon eine Reihe von Künstler in Gebrauch genommen haben, haben wir versucht die ursprüngliche Lösung von Lampen voranzutreiben und außer einer ungewöhnlichen Beleuchtungsweise auch die Möglichkeit anzubieten, Berichte und grafische Motiven abzubilden.  Lampenentwicklung erreichte so ein neues Informationsmedium, das außer dem dass es zu Beleuchtungszwecken dient, noch zusätzlich vergnügt und informiert.

Lösung der Verkehrslage
Lösung der Verkehrslage hat sich im Laufe der Bearbeitung der einzelnen Phasen geändert uzw. von der Wohnzone bis zu der Fußgängerzone. Von der Studie her, haben wir die Idee des Planungssohleausgleichs, Barrierefreiheit, gehwegfreie und fahrtstreifenfreie Definition weder von der Höhe her noch von dem Material her, gehalten. Wir haben uns auf notwendige Personentransportdienstleistungen und Erreichbarkeit für das Feuerwehr und Rettungseinheiten konzentriert.  Wir haben die Strecken für die Führung von Eingriffen zu einzelnen Häusern und Hauseingängen festgelegt. Diese Strecken werden geschützt und im Gegenteil zu restlichen Räumlichkeiten haben wir als konfliktfreie Zonen bezeichnet, die wir dann in der Pflasterung mit festen Zeichen gekennzeichnet haben. Diese Zonen können vermietet werden und für die Erweiterung des Parterres und für den Ausbau der Straße durch Biergarten und ähnlich in Anspruch genommen werden.


ARTEFAKT - DAS TOR DER GESCHICHTE

Autor:   Prof. Marian Karel, akademischer Bildhauer
Kooperation:  Němec Polák s.r.o., A69 - architekti
Investor:  Stadt Cheb
Umfang:  3 Mio Kč
                      
Das entworfene Artefakt stellt die Bemühungen dar, das, durch den Durchbruch der Südfront des Marktplatzes entstandenes Problem zu lösen. 
Mündung des neuen Boulevards ist in dem 19. Jahrhundert kompositorisch durch eine Solitärplastik des Imperators behandelt worden, welche sowohl einen „point de vue" der Straßenachse als auch einen politischen Gegenpol den Symbolen der Stadtrechte auf dem Marktplatz gegenüber bildete. Gerade der politische Inhalt führte dazu dass sie beseitigt wurde und führte das Problem der Absenz der kompositorischen Absperrung des Hauptboulevards ein.

Kompositionslösung
Im gesamten Verlauf der Allee Svobody gibt es kein Ziel zum dem die Allee in Gegenwart visuell gerichtet worden wäre.
Der Marktplatz taucht hinter dem Terrainbruch an der Stelle des Durchbruchs Schritt für Schritt auf. Im Blick vom Marktplatz dann verschwindet der Raum in Richtung Süden. Der Sinn des entworfenen Artifaktes liegt darin die verfolgbare Aufmerksamkeit bis zu dem Zeitpunkt so lange zu halten, wo man den Marktplatz in seiner Integrität erblicken und ihn betreten kann.
Deshalb trägt er einen Charakter der Hochdominante die durch ihre Höhe fähig ist, den schrittweise erscheinende Horizont, den Horizont der hohen Dächern und Fassaden der Stadt Cheb festzuhalten. Mit Hinblick auf die symmetrischen Nuancen sowohl seitens des Blickes vom Marktplatz her, als auch seitens des Blickes von der Strasse Svobody her, ist diese Dominante mäßig außerhalb der geometrischen Achse verschoben. Und so wird sie direkt an das Hauptideeelement der Regelung der Strasse Svobody - Zeitachse anbinden. Ideelösungswegen ist das Artefakt aus dem Marktplatzraum auf seine Grenze vorangeschoben.

Ideelösung
Um welche Idee und Botschaft soll das, für zwei Haupträume der Stadt bedeutendes Kompositionselement ergänzt werden? Der Entwurf ist bemüht sich von den politischen Proklamationen, die genau so wie in der Vergangenheit als Anlass zur Verwüstung werden könnte, frei zu halten. Es ist lediglich bemüht die Tatsache zu konstatieren, dass sich die Mittelalterstadt Cheb gerade hier an dieser Stelle  der neuen industriellen Epoche eröffnet hatte. Symbol und Erinnerung an diesen Durchbruchakt der Eröffnung ist das Symbol des Tores. Das Tor zwischen den geschichtlichen Epochen wird in die Ebene der ursprünglichen Südfront des Marktplatzes angebracht. Als eine Erinnerung an das, heute nicht mehr existierendes Haus. Als Durchgang von einer geschichtlichen Epoche in die weitere. Und gerade an dieser Stelle bindet das Artefakt an die geschichtliche Linie an, die auf ihrem Verlauf durch die Svoboda Strasse die bedeutendste Augenblicke aus den Geschichten der Stadt Cheb bilanziert.
 
Form und die Symbolik
Arbeitsbezeichnung des Artefaktes ist Das Tor der Zeit. Das ist ein universales Symbol, eine Figur, die offensichtlich und leserlich ist, auch in der abstrakten Ausführung. Ihre einfache Form, überragende
Platten haben zwei grundlegende Lagen: geöffnete und geschlossene. In der „geschlossenen" Lage befindet sich die Platte senkrecht gelegt zur Achse des Durchbruchs und schließt den Durchblick, sie ist der ursprüngliche Südfront des Marktplatzes so angepasst, wie die Tür in ein nicht mehr existierendes Haus.  In der „geöffnete Lage" befindet sich die Platte parallel mit der Achse des Durchbruchs und in dem Durchblick erscheint sie wie eine subtile Stele. Die Platte dreht sich um eigene Achse in der Abhängigkeit vor der Zeit. 
Gegen Mitternacht ist in der geschlossenen Lage. Zum astronomischen Mittag ist in der geöffneten Lage und ihre Seitenwand, an der, in einer gleichen grafischen Ausführung die erste datierte Erwähnung der Stadt Cheb dargestellt wird, bindet zum diesen Zeitpunkt an die Linie des Historiegramms an. Sie wird zum seinen Ausgang und Bestandteil. Das Bild der Strasse Svobody gemeinsam mit dem Historiegramm vervollständigen die entworfenen Lampen der öffentlichen Beleuchtung. Durch ihre Designausführung und Schriftgrafik sind sie einander verwand, aber im Gegenteil zu den Lampen wird hier die Information statisch und in fester Form gebracht. Sie ist so was wie ein unverwischbarer Eintrag in der Historie, ausgebrannt in Metall ein für allemal.
Öffnen und Schließen des Tores bietet ein Ritual:  Darstellung der Zeit. Durch Zeremonial des Öffnens des Tores kann man in das Herz der Stadt Cheb ein Neues Jahr oder bedeutende Besuche hineinlassen, man kann hier die Festspiele öffnen und schließen. Durch das Schenken eines symbolischen Schlüssels von dem Tor kann man ehrenhafte Bürger und Besuche verehren. Durch die Überreichung des Schlüssels von dem Tor  kann man symbolisch die Funktion des Bürgermeisters überreichen.
Die überragende Proportion hat außer der Kompositionsbedeutung der Anblicksdominante noch weitere Bedeutungen. Durch ihre gotische Proportion meldet es sich zu dem nordischen Kulturkreise dessen die Stadt Cheb im Kontext der Tschechischen Republik eine Ikone ist. Und erst in der letzen Reihe bilden dann die überragende Tür einen Gegenpol zum überragendem Fenster der Sankt Nikolaus Kirche, schließend dabei einen von den Norddurchblicken von dem Marktplatz her. Während an dem Nordpol dominiert die Fensterhöhe der Kirche, an dem Südpol dominiert gehobene Höhe des Tores an der Stelle des Durchbruches in die Epoche der Rationalität. Auf einem Pol findet man den Glauben, auf dem andern Pol findet man Vernunft.

A69 - Architekten

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